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Fundstücke

Fundstück Nr. 9: "Masuk Angin"

Ein Erfahrungsbericht von Klaus Fuhrmann aus dem AMIKO-Team

So hatte ich mir das nicht vorgestellt – jetzt wo ich gerade erst in Indonesien angekommen bin. Halsschmerzen, Schnupfen und Gliederschmerzen. Vielleicht wegen der Klimaanlage im Flugzeug? Schön, dass ich jetzt wenigstens gut aufgehoben bin bei einer indonesischen Familie, die ich seit meinem Studium in Yogyakarta kenne.

Die Diagnose ist schnell klar: Ich habe „Masuk Angin“ – „Wind ist in mich hineingetreten“. Frau Norobangun bittet mich, dass ich mich auf den Bauch lege. Daraufhin holt sie ein stark duftendes Öl und reibt es auf meinem Rücken ein. Nun nimmt sie eine Münze und reibt damit an Wirbelsäule und Rippenbögen immer wieder in die gleiche Richtung. Schmerzhaft ist das. Als sie fertig ist, sieht mein Rücken deutlich verändert aus. Das Muster auf meinem Rücken ähnelt einem roten Baum.

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Kurze Zeit später hören wir ein lautes rhythmisches Fahrradklingeln auf der Straße. Ein eindeutiges Zeichen. Eine ältere Frau, die Jamu (indonesische Kräutermedizin) verkauft, ist in der Nachbarschaft unterwegs. Viele Flaschen hat sie dabei – mit selbst zubereiteten bräunlich-gelben Heiltränken. Nach der Schilderung meiner Beschwerden nimmt sie drei davon heraus und mischt sie zusammen. Zur Geschmacksverbesserung gibt sie noch ein Ei und etwas Honig mit hinein.

Am nächsten Morgen fühle ich mich wie neu geboren – „die Winde haben meinen Körper verlassen".

Fundstück Nr. 8: The Danger of a Single Story

Unser Fundstück im Mai ist ein Vortrag der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie aus dem Jahr 2009 mit dem Titel "The Danger of a Single Story". Auf humorvolle und anschaulichen  Weise illustriert sie anhand zahlreicher autobiographischer Beispiele herrvorragend die Problematik des Stereotypisierens wie wir sie auch in unseren Seminaren und Workshops im Rahmen des des Konzepts Transkultureller Kompetenz vermitteln. Dabei macht sie deutlich, dass jedes Individuum eine Vielzahl von Geschichten in sich trägt und die Reduktion auf eine einzige den Menschen nicht in seiner Ganzheit wahrnimmt.  Ein Vortrag, den man in Erinnerung behält!

 

 

 

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Fundstück Nr. 7: Vielfalt-Mediathek

Sie suchen Informationen und Materialien zu Rechtsextremismus, Rassismus, Flucht und Asyl oder zum Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft?

Die Vielfalt-Mediathek bietet ein tolles Angebot für den schulischen und außerschulischen Bildungsbereich und für alle Interessierte: Die über 2300 Print- und audiovisuellen Medien können kostenlos ausgeliehen oder heruntergeladen werden.

Erstellt wurde das Internetportal in einem Gemeinschaftsprojekt des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit (IDA) e. V. und dem DGB Bildungswerk. Die Publikationen beruhen, wie die Vielfalt-Mediathek selbst, auf der Förderung durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" oder die entsprechenden Vorgängerprogramme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wir haben uns gleich für den Newsletter angemeldet und sind schon gespannt, was der nächste enthält. Der Themenschwerpunkt der ersten Ausgabe (2017-1) ist „Antimuslimischer Rassismus“.

Gerne empfehlen wir den Link weiter:

www.vielfalt-mediathek.de19px VisualEditor Icon External link formatiert

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Fundstück Nr. 6: Transkulturalität eröffnet neue Zugänge - Japan

findet Eiko Csapo, AMIKO Mitgesellschafter. Gedanken nach einer Japan-Reise.

Die Karaoke-Maschine ist die deutsche Party-Mutprobe schlechthin geworden und tätowierte Charaktere und Symbole aus der japanischen Mythologie sind aus der deutschen Tattoo-Szene gar nicht mehr wegzudenken. Deutsche Comicfans reden ganz selbstverständlich von Mangas und bei einer bestellten Miso-Suppe und Sake weiß man auch schon, was auf einen zukommen wird. In Japan begegneten mir europäische Schriftzüge, die nicht nur auf Handtaschen und T-Shirts total en-vogue sind. In einem Wellness-Städtchen in den japanischen Bergen besitzen Aussichtspunkte deutschsprachige Namen, wie z.B. Bad Höhen Heim, und abends konnte man im Restaurant Neue Post interessanterweise Currygerichte essen.

Spannend fand ich, den hybriden Charakter von Kultur anhand transkultureller Speisen zu „schmecken“. Ein japanisches Sushi mit Curryreis und Würstchenfüllung, ein japanischer Cordon-Bleu-Burger mit Teriyaki-Soße. Und ein lokales japanisches Weizenbier aus Vulkanquellwasser schmeckt genauso interessant wie ein in Deutschland bestelltes Sushi mit Nordseekrabbenfüllung und Mayonnaise. Japan ist also näher als gedacht.

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